Ostdeutschland und die AfD: Überzeugung statt Protest

Vor den vielbeachteten Landtagswahlen im Osten hat mein ehemaliger Eurosport-Kollege Dirk Adam, mittlerweile Sportchef bei Focus Online, einen lesenswerten Essay über den Osten geschrieben, den Ihr hier nachlesen könnt.

Strategisch ist der Zeitpunkt also gut gewählt, allerdings hat sich Dirk zu den Themen Ostdeutschland im Allgemeinen und Rechtspopulismus sowie Rechtsextremismus im Speziellen schon immer klar und deutlich positioniert und vor allem auch artikuliert.

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Fridays for Future und die Dämonisierung von Flugreisen

Die Debatte um den Klimawandel, um zwingend notwendige Maßnahmen und die Rolle von „Fridays for Future“ wird längst hochemotional geführt. Das liegt keineswegs immer nur an den jungen Demonstranten, die dem Thema erst die angemessene Aufmerksamkeit beschert haben. Es liegt vor allem an jenen, die sich von dieser Aufmerksamkeit genervt fühlen, ja, man kann es wohl so sagen: genervt von der Konfrontation mit der Wahrheit, dem Konflikt mit den Gewohnheiten des Alltags – und hier vor allem der Konflikt mit unserer Mobilität.

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Der rechtsextreme Terror in Deutschland erfordert zivilgesellschaftliche Gegenwehr

Der Fall Lübcke, die Ermittlungen rund um „Nordkreuz“. Leider scheint eine breite Öffentlichkeit immer noch nicht so ganz begriffen zu haben, worum es da geht. Jedenfalls nicht auf eine Weise, die ich erwarten und mir wünschen würde.

Das mag daran liegen, dass es mitunter schwer ist, in der täglichen Nachrichtenflut die echte Relevanz zu destillieren.

Es liegt wohl aber auch daran, dass dieser Fall – Affäre oder Skandal trifft es nicht – so unfassbar, die Dimension so verstörend ist, dass man den Fakten nicht mehr traut. Das macht die Sache noch fataler.

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Fridays for Future: Ignoranz und Arroganz der Polit-Anachronisten

In all den Jahren als Pendler habe ich eine sehr spezielle Beziehung zur Münchner S-Bahn entwickelt. Pannen und Zugausfälle in nervtötender Zuverlässigkeit. Und die Antwort auf die Frage, ob die Bahn denn heute mal pünktlich kommt, kann man am Bahnsteig auswürfeln. Aber ich habe das Pendeln auch zu schätzen gelernt, denn die S-Bahn ist immer auch Resonanzraum für Themen, die einen Journalisten im Wortsinn beschäftigen.

Und so saßen mir kürzlich von Isartor bis Feldkirchen in der S2 zwei rüstige Damen gegenüber, die sich über die „Fridays for Future“-Demo unterhielten. Im Grunde waren sie sich einig, fanden den Unterrichtsboykott der Schüler gut. Und eine der Damen kannte Herbert Grönemeyer. „Der hat schon recht gehabt mit dem ‚Kinder an die Macht‘.“

Das war wohlwollend gemeint, ist bei genauerer Betrachtung aber tatsächlich grundfalsch.

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Nazis im Fanblock: Chemnitz ist kein Einzelfall

Ein kompletter Fanblock trauert öffentlich um den verstorbenen Mitbegründer der rechtsextremen Hooligan-Gruppierung “HooNaRa” – Hooligans-Nazis-Rassisten. Der Verein deckt die Aktion und ein Spieler widmet irgendwie versehentlich seinen Torjubel dem weithin bekannten Neonazi Thomas Haller.

Dass der Chemnitzer FC erst nach der erwartbaren öffentlichen Reaktion nun so tut, als sei er Opfer und nicht mindestens duldender Mitwisser, kann als Indiz dafür gewertet werden, wie stark rechtsextreme Ideologie die Fankultur im ostdeutschen Fußball prägt. Längst sind die Fanblöcke auch Rekrutierungsraum für rechte Kader.

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Relotius: Die Reportage ist tot, lang lebe die Reportage!

Der Fall Claas Relotius ist beispiellos. Ich gebe zu, das ist eine Meinung, keine faktische Feststellung.

Denn natürlich kann niemand mit Gewissheit sagen, ob das geradezu kriminelle Erfinden eigener Realitäten im Genre der Reportage nicht doch System hat.

Die Auswüchse jedoch, wie sie Relotius zu verantworten hat, sollten einmalig sein. Ich kann allerdings verstehen, dass dem Genre nun eine gehörige Portion Misstrauen entgegengebracht wird.

Die Reportage gilt als Königsdisziplin des Journalismus, hier schreibt die Elite. Jedenfalls war das bis zum Skandal um Claas Relotius die vorherrschende Meinung innerhalb der Branche, die ihre schreibenden Helden mit Preisen dekorierte. Was nach Neid klingt, ist die Beschreibung von Tatsachen.

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Auf dem Irrweg: Journalismus ohne Haltung

Der Medienskandal um Claas Relotius hat eine schwelende Debatte über die Qualität des Journalismus in Deutschland neu befeuert. Und natürlich hat sie sich auch gerade am äußeren rechten Rand der Gesellschaft wieder von der Sachlichkeit verabschiedet. Nach “Systempresse” und “Lügenpresse” wurde das Vokabular für pauschale Verunglimpfungen um “Relotiuspresse” erweitert.

Dabei geht der Blick über die erfundene Wahrheit von Claas Relotius hinaus. Es geht um die Forderung nach Neutralität in absoluter Vollkommenheit. Nicht mehr nur um Wahrheit, der sich Relotius verweigerte, sondern um journalistische “Wahrhaftigkeit” an sich, die so abstrakt ist, dass Journalisten sie in der Realität nicht erfüllen können – und auch nicht erfüllen sollten.

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Liebe CSU, man muss jetzt hier doch mal was klarstellen

Liebe CSU,

angesichts der jüngsten Versuche, Zehntausende Teilnehmer der Großdemonstration von München zu diskreditieren, gilt es hier doch einmal etwas klarzustellen.

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Mesut Özil: Der Rassismus und die sprachliche Zombie-Apokalypse

Das muss man erst mal auf sich wirken lassen: 25.000 Menschen laut Polizei, 50.000 laut Veranstalter.

Zehntausende Menschen sind am Sonntag in München auf die Straße gegangen, um ein großartiges Zeichen zu setzen, gegen Rassismus, Ausgrenzung, politische Willkür – aber eben auch gegen die zunehmende Verrohung unserer Gesellschaft sowohl in Worten als auch Taten.

Denn es ist nicht selten zuallererst das Wort, dass Hass und Bösartigkeit zum Ausdruck bringt, bevor es von Hassenden und Bösartigen in Taten umgesetzt wird.

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Rassismus, Hass und soziale Ungerechtigkeit – Bayern hat nun „mut“

Ein Tag im Juni 2018.
Auf einem Marktplatz in Dresden stehen Menschen. Keine kahlrasierten Stereotypen eines Springerstiefel-Nazis. Männer, Frauen – auffällig wenige junge Menschen. Normal gekleidet, normale Menschen. Doch der Schein trügt, und zwar gewaltig.
Nichts ist normal. Es ist Pegida.

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